Krimi


Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 9783426527559
Preis: 12,99 €
bestellen

Die 7. Zeugin

Florian Schwiecker / Michael Tsokos, Rezension von Daniela Maifrini

 

Ein Sonntagmorgen in Berlin-Charlottenburg. Der unbescholtene Verwaltungsbeamte Nikolas Nölting schwingt sich auf’s Rad und fährt zum Bäcker, um für sich, seine Frau Anja und seine Tochter Lily Brötchen zu holen. Dort angekommen schlägt er einen Streifenpolizisten nieder, entwendet ihm seine Dienstwaffe, geht in die Bäckerei und schießt um sich. Es gibt einen Toten und drei Verletzte. Nach der Tat lässt sich Nölting ohne Widerstand festnehmen. Ab da schweigt er zur Tat, er kommt in U-Haft und der Mordvorwurf ist völlig unwidersprochen.

Rocco Eberhardt ist ein deutsch-italienischer Strafverteidiger, recht erfolgreich, ganz ordentlich beschäftigt. Er hält sich am Tag nach der Schießerei im Kriminalgericht Moabit auf, wo Anja Nölting das Anwaltszimmer „gestürmt“ hat, weil sie einen Verteidiger für ihren Mann sucht. Rocco übernimmt das so merkwürdig angefragte Mandat, kriegt aber aus seinem Mandanten auch nichts raus. Ein Gespräch mit dem Gerichtsmediziner Dr. Justus Jarmer sät dann erste Zweifel an der allgemein verbreiteten Theorie, der Täter sei einfach ausgerastet und habe kein Motiv gehabt. Jarmer macht darauf aufmerksam, dass der Tote, der Anwalt Moritz Lindner, sehr gezielt und sicher mit zwei Schüssen ins Herz erschossen wurde. Der Schütze hätte also rein technisch auch die anderen Opfer töten können, wenn das sein Ziel gewesen wäre. Stattdessen scheint er gezielt so geschossen zu haben, dass die Verletzungen nicht so schwerwiegend sind.

Eine verworrene Situation, bei der der Verteidiger Hilfe bei seinem besten Freund, dem Ex-Polizisten und jetzigen Privatermittler Tobias Baumann sucht. Andreas Nölting schweigt weiter beharrlich, also müssen Rocco und Tobias die Suche auf sein gesamtes Umfeld ausdehnen – und dort stoßen sie am Arbeitsplatz des Täters auf sonderbare Zusammenhänge, die zum ersten Mal ein mögliches Motiv erahnen lassen. Doch bis zur endgültigen Aufklärung ist es noch ein weiter Weg – und es wird gefährlich, da sie einem berüchtigten Verbrechersyndikat in die Parade fahren…

Ein relativ unblutiger aber superspannender Justizthriller, bei dem die Arbeit des Anwalts Rocco Eberhardt im Vordergrund steht. Florian Schwiecker ist tatsächlich Strafverteidiger und kann so die fundierten Kenntnisse aus seiner Berufstätigkeit einbringen. Der gerichtsmedizinische Beitrag des Autoren Michael Tsokos, Leiter der Rechtsmedizin an der Charité, ist vergleichsweise klein aber ausschlaggebend. Hier wurde der Grundstein für eine erfolgversprechende Reihe um Rocco Eberhardt und Dr. Justus Jarmer gelegt.

 


Verlag: Wunderlich
ISBN: 9783805200592
Preis: 16,00 €
bestellen

Blütengrab

Ada Fink, Rezension von Daniela Maifrini

 

Ein Krimi, der in den 90er Jahren in der Mecklenburgischen Provinz spielt? Hört sich nicht so aufregend an! Aber einmal angefangen kommt man aus der superspannenden Geschichte nicht mehr raus.

Das Buch macht auf mit einer verstörenden Szene aus dem Jahr 1975, in der das Mädchen Ulrike, das gerade in einem Jungpioniere-Zeltlager ist, alleine durch den Wald irrt, weil es seine Freundin Christa sucht. Hier sieht es ein fürchterliches Monster – ein Erlebnis, das es zeitlebens nicht vergessen wird.

Im Mai 1993 treffen wir Ulrike Bandow wieder. Sie ist inzwischen Kriminaloberkommissarin in ihrer kleinen, von Landflucht gezeichneten Heimatstadt Wussnitz in Mecklenburg. Sie folgt damit ihrem Vater, der ebenfalls Polizist bei der Volkspolizei gewesen war, bis er vor siebzehn Jahren starb. 

Die etwas merkwürdige Familie Heisler ist in ein Gutshaus in der Gegend gezogen, wo sie sich als strikte Selbstversorger versuchen. Sie nutzen nur das, was sie mit eigenen Händen angebaut und verarbeitet haben, was löblich wäre, wenn da nicht eine ganz üble völkische Gesinnung mit allerlei germanischem Sagen-Hokuspokus wäre, der die Eltern blind anhängen und die sie ihren Kindern Ingrid und Ragnar mit massivem Druck eintrichtern.

Die dreizehnjährige Ingrid Heisler findet im Wald eine furchtbar misshandelte Mädchenleiche – kunstvoll gebettet auf ein Meer aus weißen Blüten und über und über bedeckt mit zum Teil tief eingeritzten germanischen Runen. Die alarmierte Polizei ist schnell vor Ort, Ulrike Bandow leitet die Ermittlungen. Sie ist noch aufgebracht, da sie erst Minuten zuvor erfahren hat, dass ein Kollege aus Kiel, Ingo Larssen, sich auf eigenen Wunsch nach Wussnitz hat versetzen lassen und nun mit ihr zusammen an dem aktuellen Fall arbeiten soll. Dass sich ein West-Polizist freiwillig ins Ost-Outback begibt, sorgt natürlich für Misstrauen! Doch Larssen hat ganz eigene Gründe für die Wahl seines Aufenthaltsortes.

Mit der Auffindesituation der Kinderleiche im Wald sind alle überfordert, einzig Larssen scheint ein wenig den Überblick zu behalten. Das Opfer kann nicht identifiziert werden. Schlimmer noch: es werden Hinweise auf ein zweites verschwundenes Mädchen gefunden und noch immer tappen die Ermittler völlig im Dunklen. Ein Zeuge nach dem anderen stirbt, es gibt keine Anhaltspunkte außer dem, dass da irgendetwas von „ganz oben“ gedeckelt wird. Diese Vermutung wird zur Gewissheit, als durch einen kuriosen Umstand alte Aufzeichnungen von Bandows Vater auftauchen, der sich schon vor langer Zeit in der ehemaligen DDR mit identisch gelagerten Fällen beschäftigen musste – bevor er bei einem Autounfall ums Leben kam…

Ein sehr spannender Thriller, der auf moderate Weise den Ost-West-Konflikt der unmittelbaren Nachwendezeit behandelt, ohne sich darin zu verstricken. Der Fall bzw. die Fälle haben einen extrem brutalen Hintergrund, doch es kommt an keiner Stelle zu Schilderungen von Gewalttaten, wir werden „nur“ mit den Ergebnissen konfrontiert, was die ganze Sache etwas „erträglicher“ macht, wie ich finde. Tempo nimmt das Buch durch schnellen Wechsel der Erzählperspektiven auf: Wir verfolgen parallel die Perspektive der Ermittler, die der jungen Ingrid Heisler und interessanterweise die von Marc Bandow, der uns seine ganz privaten Eindrücke als „Insider“ in dem Neonazi-Haufen um Christa und ihren Ehemann Frank schildert.

Ada Fink ist das Pseudonym einer deutschen Roman- und Drehbuchautorin, und die „Drehbuchanlagen“ sind in diesem Buch schon sehr deutlich, es könnte genau so verfilmt werden.

Zwei tolle Ermittler haben sich da gefunden, Ulrike Bandow, die leicht verunsicherte und zunächst überforderte Provinzermittlerin, die an diesem Fall wächst, und Ingo Larssen, der desillusionierte „alte“ Kripo-Haudegen, den äußerlich nichts anficht, der sich aber bei allem Scharfsinn durchaus eine menschliche Seite bewahrt hat und eine Schwachstelle aufweist, die sich durch das Buch zieht, die aber bis zum Ende nicht ganz aufgeklärt wird. Und diese Tatsache macht Hoffnung auf einen zweiten Fall mit Bandow und Larssen!

 


Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-7857-2737-9
Preis: 16,00 €
bestellen

Geiger

Gustaf Skördeman, Rezension von Kathrin Allkemper

Agneta Broman und ihr Mann Stellan sind liebevolle Großeltern. Gerade hatten sie ihre Enkelkinder in der letzten Ferienwoche bei sich, damit ihre Töchter samt Ehemännern einen gemeinsamen Urlaub in der Bretagne genießen konnten. Als die Schwestern Lotta und Malin ihre Kinder nun wieder abholen und alle der Großmutter zum Abschied winken, läutet im Haus das Telefon. Agneta schließt die Tür, nimmt den Hörer ab und hört nur ein Wort: "Geiger". Auch wenn sie nie gedacht hätte, dass das nach so langer Zeit noch passiert, weiß sie sofort, was zu tun ist. Ohne zu zögern holt sie eine Waffe aus einem Versteck, erschießt ihren Mann und flieht....

Kommissarin Sara Nowak ist zwar nicht die leitende Ermittlerin in diesem mysteriösen Mordfall, aber als alte Freundin der Familie kann sie sich einfach nicht raus halten. Sie hat schließlich ihre halbe Kindheit im Haus der Bromans verbracht. Agneta war so etwas wie ihre Ersatzmutter und die Mädchen wie Schwestern für sie. Doch je weiter sie forscht und versucht, Agnetas Verschwinden und Stellans Tod aufzuklären, desto mehr entdeckt sie Dinge, die dort in ihrer Kindheit geschehen sind und die sie erfolgreich verdrängt hatte.

Super spannender Thriller, den man nicht aus der Hand legen kann.

 


Verlag: Goldmann
ISBN: 9783442491803
Preis: 13,00 €
bestellen

Klima - Deine Zeit läuft ab

David Klass, Rezension von Jutta Pollmann

Seit Monaten verfolgt das FBI einen Öko-Terroristen, der Anschläge auf Ziele verübt, die die Umwelt schädigen. „Green Man“ timt seine Anschläge nach der sogenannten „Östersund-Uhr“, einer Umwelt-Weltuntergangsuhr, die von einer radikalen Gruppe von Umweltaktivisten mit Sitz in Schweden betrieben wird. Diese Uhr zählt die Zeit bis „Mitternacht“ herunter, dem Zeitpunkt, wenn der Schaden für die Umwelt irreversibel sein wird. Der letzte Anschlag von „Green Man“ auf den Staudamm Boon Dam war auf 23.30 Uhr gelegt, viel Zeit bleibt der Menschheit nicht mehr, um die Welt noch zu retten.

Die Bevölkerung ist gespalten. Die einen applaudieren bei jedem gelungenen Deal, die anderen verurteilen ihn, nicht zuletzt der Opfer wegen, die es doch bei jedem Anschlag gibt.

Tom Smith, Informatiker und Datenanalyst, beginnt seine Arbeit gerade in einer Spezialgruppe beim FBI, die auf Green Man angesetzt ist. Seine Familie wundert sich, hätte er im Silicon Valley weit mehr verdient, doch Tom wollte zum FBI. Und er will „Green Man“ finden, den Mann, von dem er nicht weiß, ob er ihn nicht insgeheim bewundert. Bei seinen Nachforschungen trifft er nicht immer auf offene Ohren, seine Art Dinge zu hinterfragen, stößt bei einigen auf Widerstand. Lange Zeit unterstützt ihn sein Vorgesetzter Jim Brennan, doch dann gerät Brennan selbst unter Druck, als er einen falschen Täter verhaftet. Er wird vom Fall abgezogen und in den Ruhestand versetzt, und die Green-Man-Ermittlungen werden unter die Schirmherrschaft des Ministeriums für Innere Sicherheit gestellt. Nun hat Harris Carnes das Sagen und der hat einen anderen Blick auf die Dinge.

Doch Tom, der eigentlich aus dem Fall raus ist, recherchiert weiter, er ist dem wahren Green Man ganz nah und weiß jetzt, welches der nächste, der letzte Anschlagsort des vermeintlichen Weltretters sein wird. Doch die Zeit läuft....

 

Ein spannender Öko-Thriller, der einen von der ersten Seite an in den Bann zieht.


Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-22740-4
Preis: 18,00 €
bestellen

Das Windsor-Komplott

S J Bennett, Rezension von Julia Jahns

Queen Elizabeth ist entsetzt: Nach einer Feier auf Schloss Windsor wird die Leiche eines russischen Pianisten gefunden. Besonders pikant: Der attraktive junge Mann hängt nackt im Kleiderschrank eines Zimmers im Gästetrakt. Was zunächst nach einem Sexunfall mit tödlichem Ausgang aussieht, entpuppt sich als Mordanschlag. Der ermittelnde Kommissar geht von einem politischen Mord aus. Er vermutet, dass Putin dahinter stecke, welcher der Queen offen drohen möchte. Diese wiederum hält die Theorie für Unsinn, hat aber selbst kaum Möglichkeiten zu ermitteln. Sie setzt ihre clevere junge Privatsekretärin Rozie auf den Fall an ...

Witziger Cozy-Krimi mit der Queen als Ermittlerin, die zwar nicht offen agieren kann, aber die Fäden im Hintergrund zieht.

 


Verlag: Kampa
ISBN: 978-3-86648-624-9
Preis: 14,90 €
bestellen

Frau Helbing und der tote Fagottist

Eberhard Michaely, Rezension von Kathrin Allkemper

Frau Helbing hatte mit ihrem Ehemann vierzig Jahre lang eine Metzgerei im Hamburger Grindelviertel. Jetzt ist sie Rentnerin, verwitwet und liebt nichts so sehr, wie einen gut durchgeplanten Tagesablauf und spannende Krimis. Diese Routine wird jäh unterbrochen, als ihr freundlicher Nachbar Henning von Pohl, ein berühmter Fagottist, in seiner Wohnung tot aufgefunden wird. Laut Polizei starb er an einem anaphylaktischen Schock. Frau Helbing, selbsternannte Expertin auf dem Gebiet der Kriminalistik, sieht das anders. Drei Wespenstiche nebeneinander im Fuß, das ist doch wohl ein sehr komischer Zufall. Für sie steht fest, Herr von Pohl wurde ermordet. Nicht, dass sie neugierig wäre, aber extrem aufmerksam kommt der Sache schon sehr nahe. Sie weiß genau, auf welchen Frauentyp er stand, wann er welchen Damenbesuch hatte und wer sonst noch so bei ihm ein und aus ging. Die Polizei will von der Mordtheorie aber nichts wissen. Und nachdem die ermittelnde Kommissarin sich als Veganerin entpuppt und entrüstet Frau Helbings Wurstschnittchen ablehnt, ist die pensionierte Fleischfachverkäuferin beleidigt und ihrerseits auch nicht mehr an einer Zusammenarbeit interessiert. Sie ermittelt einfach alleine weiter. Einzig der türkische Schneider Herr Aydan hat immer ein offenes Ohr und auch den ein oder anderen Ratschlag für die älter Dame. Als eine weitere Leiche auftaucht, gibt es keine Zweifel mehr daran, dass ein Mörder umgeht. Dieses Mal steckt das Messer noch im Opfer und mit Messern kennt die ehemalige Metzgerin sich ja bestens aus....

Sehr unterhaltsamer und kurzweiliger Krimi mit einer netten alten Dame, die allen zeigt, dass man siebesser nicht unterschätzen sollte.


Verlag: Hanser
ISBN: 978-3-446-26940-8
Preis: 22,00 €
bestellen

Der Tod in ihren Händen

Ottessa Moshfegh, Rezension von Kathrin Allkemper

Vesta ist verwitwet und einsam. Nur ihr geliebter Hund Charlie wohnt bei ihr. Erst vor einem Jahr ist sie nach Levant gezogen und hat auf einer ihrer frühmorgendlichen Gassirunden den Birkenwald entdeckt. Seither gehen die beiden diese Runde täglich und Vesta hat das Gefühl, sie kennt dort jeden Zweig. Daher fällt ihr auch an diesem Morgen sofort ein Zettel ins Auge, auf dem steht: „Ihr Name war Magda. Niemand wird je erfahren, wer sie getötet hat. Hier ist ihre Leiche“. Da es keinerlei offensichtliche Spuren eines Verbrechens gibt, tut sie das Ganze als einen dummen Streich ab. Doch je länger sie darüber nachgrübelt, desto mehr fühlt sie sich plötzlich beobachtet und geht schnell zurück nach Hause. Hat der Mörder sie gesehen? Sollte sie diesen Zettel finden? Vesta ist hin und her gerissen, ob sie die Botschaft ignorieren oder ernst nehmen soll. Letztendlich fängt sie an, sich in diesen Fall zu verstricken. Sie denkt sich Szenarien aus und haucht der mysteriösen Magda Leben ein. Und je mehr sie in Magdas Geschichte eintaucht, desto mehr Abgründe tun sich in ihrem eigenen Leben auf…

Die Geschichte von Vesta ist kein typischer Krimi mit Mord, Leichenfund und anschließender Polizeiarbeit. Es geht viel mehr um das Thema Einsamkeit und das Spiel um Wirklichkeit und Einbildung. Dadurch, dass in der Ich-Perspektive erzählt wird, werden Vestas innere Konflikte und Geständnisse besonders eindringlich.

Äußerst ungewöhnlicher, aber lohnenswerter Spannungsroman.


Verlag: Harper Collins
ISBN: 978-3-7499-0121-0
Preis: 22,00 €
bestellen

Der andere Sohn

Mohlin & Nyström, Rezension von Kathrin Allkemper

FBI-Mann John Adderley wacht mit einer Schussverletzung im Krankenhaus auf. Eigentlich hatte er nicht erwartet, nach dem missglückten Einsatz als verdeckter Ermittler im Drogenmilieu überhaupt nochmal aufzuwachen, aber scheinbar hatte er einen Verbündeten, der ihm das Leben gerettet hat.

Trotzdem hat er jetzt nur noch eine Option, er muss in ein Zeugenschutzprogramm. Nach Jahren in Amerika zieht es ihn zurück in seine alte Heimat Schweden. Dort leben noch seine Mutter und sein Halbbruder Billy, zu denen er lange keinen Kontakt hatte. Doch es ist nicht nur das Heimweh, das ihn nach Karlstadt zieht. Vor Jahren ist dort die Tochter eines wohlhabenden Ehepaars verschwunden, und sein Bruder war der Hauptverdächtige. Da man aber keine Leiche fand, wurde er nie verurteilt. John will der Wahrheit auf den Grund gehen und seine neue Arbeitsstelle, die er unter dem Decknamen Fredrik Adamsson bei der örtlichen Polizei antritt, dafür nutzen. Sehr schnell wird klar, dass die Polizei nie wirklich nach einem Täter gesucht, sondern sich von Anfang an auf Billy eingeschossen hat. Wer hat in dem kleinen Ort wohl etwas zu verbergen?

Leider verhält sich John bei seinen Ermittlungen nicht immer unauffällig und setzt seine sichere Position im Zeugenschutz nicht nur einmal aufs Spiel...


Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-7857-2712-6
Preis: 16,00 €
bestellen

Hexenjäger

Max Seeck, Rezension von Kathrin Allkemper

Ein äußerst brutaler Mord erschüttert Finnland. Die Frau des berühmten Krimiautoren Roger Koponen wurde getötet, während er selbst sich auf Lesereise befindet, was ihm zunächst ein solides Alibi beschert.

Aber es bleibt nicht bei einem Mord, und schnell erkennt die ermittelnde Hauptkommissarin Jessica Niemi ein Muster: alle Opfer sind Frauen, die nicht nur auf äußerst brutale Art getötet werden, sondern auch genau auf die gleiche Weise, wie Koponen es in seiner Krimi-Reihe beschreibt. Foltermethoden wie in den Zeiten der Hexenverfolgung sind sein Thema. Zudem ist der Täter äußerst dreist und taucht sogar selbst noch am Tatort auf, was Jessica leider zu spät bemerkt. Wieder einmal entkommt er und das Wissen, dass die Bücher insgesamt sieben Morde beschreiben, setzt die Polizei enorm unter Druck…


Verlag: HarperCollins
ISBN: 978-3-7499-0003-9
Preis: 12,00 €
bestellen

Nordwesttod

Svea Jensen, Rezension von Jutta Pollmann

Anna Wagner ist gerade von München nach Kiel gezogen. Die Kommissarin soll am Landeskriminalamt eine Stelle aufbauen, die auf Vermisstenfälle spezialisiert ist. Der Tapetenwechsel kommt gerade richtig, die Scheidung von ihrem Mann war schmutzig und nun muss sie ihn auch noch per Anwalt aus ihrem elterlichen Haus rausschmeißen lassen. Da ist Distanz allemal besser.

Anna wird direkt nach St. Peter Ording gerufen, wo der scheidende Chef der Schutzpolizei Claas Hoyer sie um Hilfe bittet. Nina Brechtmann, Tochter der Hotelchefin Charlotte Brechtmann ist verschwunden. Wann genau kann niemand sagen, da sie sich im Urlaub befand und nach dem Urlaub nicht bei ihrer Arbeit erschienen ist. Gleich der erste Kontakt mit Charlotte und Sophie Brechtmann, der zweiten Tochter des Hauses, macht Anna klar, dass die beiden nicht alles sagen, was sie wissen. Nina wurde adoptiert, hat sich aber schon seit längerem von der Familie Brechtmann losgesagt und dem Umweltschutz verschrieben. Ihr waren die Pläne ihrer Mutter und Schwester, immer neue Hotels an der Küste zu bauen, ein Dorn im Auge.

Haben die Brechtmanns Nina deshalb verschwinden lassen? Wo ist ihr Auto? Hat sie es versteckt, weil sie die Verursacherin eines Unfalls war, bei der zwei junge Menschen ums Leben kamen? Ist sie deswegen unter getaucht?

Anna Wagner kommt nicht so richtig weiter und der neue Chef der Schutzpolizei Hendrik Norberg ist nicht so ganz davon begeistert, dass sie hier ist. Allerdings muss der auch erst einmal mit sich und seiner neuen Situation klar kommen. Vor drei Monaten ist seine Frau gestorben und damit seine Jungs in St. Peter Ording bleiben können, hat er sich von der Kriminalpolizei zur Schutzpolizei versetzen lassen, damit er vor Ort sein kann. Doch dieser Wechsel bekommt ihm noch gar nicht, er fühlt sich degradiert, obwohl er den Schritt ja selbst in die Wege geleitet hat. Außerdem macht ihm ein Querulant im Team das Leben schwer.

Doch als Anna ihn mehr und mehr an ihrem Fall beteiligt, wird sein kriminalistischer Spürsinn wieder geweckt. Beide überschreiten Grenzen bei ihren Ermittlungen, denn eigentlich müssten sie den Fall längst an die Kripo Husum abgeben, weil die Schutzpolizei nicht mehr zuständig ist, doch auch Anna Wagner ist der Meinung, dass sie den Karren besser zu zweit aus dem Dreck ziehen. Nach und nach kommen sie dem Täter auf die Spur.

 

Ein spannender Nordseekrimi mit sympathischen Ermittlern. Das Buch endet so, dass man gleich Teil zwei der Reihe in die Hand nehmen möchte. Der erscheint dann auch schon im Mai.

 

 


Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-651-00093-3
Preis: 15,00 €
bestellen

Leichenblume

Anne Mette Hancock, Rezension von Jutta Pollmann

Die Investigativ-Journalisten Heloise Kaldan vom Demokratisk Dagblad hat sich mit ihrem letzten Artikel fürchterlich in die Nesseln gesetzt. Den Informationen ihres Informanten Martin Duvall hat sie blind vertraut, doch die haben sich leider als falsch erwiesen und nun reißt ihr Chef ihr (fast) den Kopf ab. Vielleicht ist es doch keine gute Idee ein Verhältnis mit einem Informanten anzufangen...

Nach dem Donnerwetter sortiert Heloise erst mal ihre Post und findet dazwischen einen an sie adressierten Brief, der aus Frankreich kommt. Der Text verworren und für Heloise nicht verständlich, aber die Unterschrift lässt sie aufmerken: Anna Kiel. 2016 ermordete Anna Kiel Christopher Mossing, Rechtsanwalt aus guten Hause, Sohn des Immobilienmoguls Johannes Mossing. Die Polizei fand damals heraus, dass es keinerlei Verbindungen zwischen Anna und Mossing gab und es bis heute nicht klar ist, warum sie ihn umgebracht hat. Seit der Tat ist sie verschwunden.

Kurze Zeit später erhält Heloise den zweiten Brief von Anna, in dem sie auf Gemeinsamkeiten und Verbindungen zu ihr hinweist. Heloise zeigt die Briefe ihrer Chefredakteurin, räumt aber auch direkt ein, dass sie Anna Kiel gar nicht kennt. Sie hat keine Ahnung, warum sie diese Briefe bekommt.

Die Journalistin bekommt den Auftrag, den Fall noch mal neu aufzurollen und besucht dafür Familie Mossing. Ellen Mossing, Christophers Mutter ist sehr gesprächig, doch als ihr Mann Johannes erscheint und er erfährt, dass sie von einer Zeitung kommt, ist Heloise schneller wieder vor der Tür als sie denken kann. Irgendetwas ist hier faul. Heloise verabredet sich mit dem Journalisten, der damals für das Dagblad berichtet hat, doch der möchte nichts sagen, hat wahnsinnige Angst.

Auch die Polizei um Kommissar Erik Schäfer erhält neue Informationen zu dem Fall Mossing und alle Spuren führen irgendwie zu Heloise.

Was hat die Journalistin mit dem Mord von damals zu tun? Woher weiß Anna soviel von Heloise? Wer oder was steckt dahinter? Irgendwann findet Heloise den Schlüssel und der führt sie direkt nach Frankreich.

 

Ein sehr spannendes Krimi Debüt mit einem Cliffhanger. In Dänemark stürmt Anne Mette Hancock gerade die Bestsellerlisten. Und so kann man sich schon auf Band 2 der "Helois-Kaldan-Reihe" freuen, der im Juli erscheint.

 


Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-26271-2
Preis: 15,90 €
bestellen

Hinter diesen Türen

Ruth Ware, Rezension von Jutta Pollmann

Rowan Caine, 27 ist Erzieherin in London, doch der Job ist schlecht bezahlt und ihre Chefin ist nicht gut auf sie zu sprechen. Zufällig stößt sie auf eine Anzeige: eine Familie in Schottland sucht für ihre vier Mädels eine Nanny. Rowan bewirbt sich, bekommt den Job und ist überglücklich, denn die Bezahlung ist hervorragend und die Unterkunft vom Feinsten. Doch der vermeintliche Traumjob entpuppt sich schon bald als Horrorjob: der Herr des Hauses kommt Rowan permanent zu nahe; seine Frau sieht entweder nichts oder will es nicht wahrhaben und die Mädchen, schon von Anfang an nicht sehr zuvorkommend (Rowan ist nicht die erste Nanny im Haus), werden immer seltsamer.

Das alte Herrenhaus, idyllisch in den Highlands gelegen, wartet innen mit einer High-Tech-Ausstattung auf, die auf Rowan beängstigend wirkt. Zudem fühlt sie sich nicht nur durch die überall im Haus installierten Kameras beobachtet und verfolgt. Sie hört Schritte über sich, doch da gibt es keine Räume. Musikanlagen fangen plötzlich in der Nacht an zu spielen, ohne dass jemand sie betätigt hätte. Mehr und mehr fühlt sie sich gestresst und genervt, zumal sie immer häufiger mit den vier Mädchen, die ihr mittlerweile feindselig gegenüber stehen, allein ist.

Und dann passiert eines Tages ein schrecklicher Todesfall und Rowan steht unter Mordverdacht.

 

Ein packender Thriller, ein Page-Turner von der ersten Seite an.


Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-42497-5
Preis: 12,99 €
bestellen

Der Tausch

Julie Clark, Rezension von Jutta Pollmann

Zwei Frauen, zwei Geschichten, ein Ziel: ihrem jetzigen Leben entkommen.

Claire wird von allen Menschen beneidet, hat sie sich doch den begehrtesten Junggesellen zu ihrem Mann machen können: Rory Cook, Politiker, Philanthrop und Sohn der beliebten Politikerin Cook. Doch der Glanz ihrer Ehe ist trügerisch. Kein Außenstehender sieht die blauen Flecke unter Pullovern und Schals, Resultate von Claires „Aufmüpfigkeit“, wenn sie wieder nicht so reagiert hat, wie Rory es wollte. Und keiner nimmt war, dass Claires Leben eine 24 Stunden Überwachung ist. Die einzige Möglichkeit zu entfliehen, ist das Fitnessstudio, wo es Claire auch regelmäßig hinzieht. Hier lernt sie Petra kennen, die ihre Freundin und Verbündete wird, und hier entsteht der Plan zu fliehen.

 

Eva ist im Waisenhaus aufgewachsen, doch mit der Unterstützung von dort hat sie es sogar bis zur Uni geschafft und Chemie studiert. Was ein dummer Streich werden sollte – ein paar Drogen für den Hausgebrauch zu produzieren – ging mächtig in die Hose. Ihr Kommilitone wurde von Papa freigekauft, sie allerdings von der Uni verwiesen. Seitdem arbeitet Eva für einen Dealer, produziert Drogen. Doch Eva will raus aus diesem Job, raus aus Kalifornien, ein neues Leben beginnen...

 

Eva und Claire treffen sich am Flughafen, jeder wartet auf seinen Flug. Und dann die Entscheidung: sie tauschen die Tickets und die Pässe und werden eine andere.

Doch lassen sich ihre Peiniger so leicht täuschen????

Ein sehr spannendes Thriller-Debüt der amerikanischen Autorin Julie Clark.

 


Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-47101-2
Preis: 15,95 €
bestellen

Dark

Candice Fox, Rezension von Kathrin Allkemper

Los Angeles. Sneaky Lawlor ist eine unverbesserliche Diebin und Drogenkonsumentin, daher hat sie nicht nur einmal in ihrem Leben hinter Gittern gesessen. Doch jetzt ist sie wieder einmal auf freiem Fuß, da wird ihre Tochter Dayly entführt. Zumindest ist Sneaky davon überzeugt, nachdem sie die Wohnung der jungen Frau gesehen hat. Sie weiß sich nicht anders zu helfen, als eine ihrer ehemaligen Zellengenossinnen aufzusuchen, Blair Harbour, eine verurteilte Mörderin. Blair war Kinderärztin, bevor "das" passierte, was für sie Notwehr war. Auch sie hat ihre Strafe verbüßt und ist auf Bewährung draussen. Natürlich ist sie nicht begeistert, als Sneaky bei ihr auftaucht. Würde man sie zusammen erwischen, wäre der Weg zurück in den Knast vorprogrammiert. Doch neben all ihren kriminellen Machenschaften und Fehlern ist Sneaky eben auch eine Mutter, die um ihre Tochter bangt, also hilft Blair ihr. Immer tiefer geraten sie in eine Geschichte um ziemlich viel Geld und einen Mörder in der Todeszelle. Als sie daraufhin sowohl die knallharte Gangsterin Ada, ebenfalls eine Knastbekanntschaft, und die desillusionierte Polizistin Jessica mit ins Boot holen, ist das ungewöhnliche Quartett komplett. Doch nicht alle von ihnen verfolgen das gleiche Ziel...

Wie immer bei Candice Fox rasant, spannend und mit Suchtfaktor geschrieben.

 

 


Verlag: Atlantik
ISBN: 978-3-455-00889-0
Preis: 18,00 €
bestellen

Betty Church und der Schrecken von Suffolk

M.R.C.Kasasian, Rezension von Kathrin Allkemper

England 1939. Die junge Polizistin Betty Church wird von London in das kleine Örtchen Sackwater im County Suffolk versetzt. Zwar hat sie es auf der Karriereleiter schon bis zum Inspector gebracht, aber das interessiert die männlichen Kollegen herzlich wenig. Ständig muss sie sich dumme Sprüche anhören und sowohl auf der Wache als auch auf der Straße gegen die typischen Vorurteile kämpfen, wie sie als kleine schwache Frau bloß eine gute Polizistin sein soll. Aber Betty ist smart und schlagfertig. Sie nimmt es locker mit ihren männlichen Kollegen auf. In ihrer Truppe arbeiten leider nicht die hellsten Köpfe und so kostet es Betty eine Menge Nerven, diese zu befehligen.

Als im Bahnhof die Leiche eines Mannes gefunden wird, der mysteriöse Einstichstellen am Hals hat, entstehen schnell Gerüchte, es handle sich um eine unnatürliche Todesursache. Weitere Tote mit dieser Verletzung versetzen den kleinen Ort in Aufregung und die Angst vor dem "Vampir von Suffolk" geht um. Doch auch hier behält Betty die Nerven und macht sich auf die Suche nach dem Mörder, der ihrer Meinung nach völlig real ist und leider sehr brutal vorgeht...

Mit "Betty Church" startet der Autor neben seinen absolut zu empfehlenden Gower Street Detective-Krimis eine neue Reihe. Ebenfalls mit viel britisch-schwarzem Humor, herrlich ausgefeilten Charakteren und einem verrückten Kriminalfall, knüpft er an die andere Reihe an, denn Betty Churchs Patentante ist keine geringere als March Middleton, die Hauptfigur der Gower Street Detectives.


Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-47056-5
Preis: 11,00 €
bestellen

Love & Bullets

Nick Kolakowski, Rezension von Kathrin Allkemper

Bonnie & Clyde reloaded. In diesem Fall sind es Bill und Fiona, die hier das perfekte Gangsterpaar bilden. Bill liebt den Luxus, schöne Autos und teure Klamotten. Das nötige Kleingeld für diesen Lebensstil ergaunert er sich durch Diebstahl und Betrügereien. Im Gegensatz zu Fiona hat er es nicht mit Gewalt. Sie hat damit allerdings gar kein Problem und erledigt die brutalen Aufträge der sogenannten Rockaway-Gang ohne mit der Wimper zu zucken. Doch dann begeht Bill den Fehler, eben diese Gang um ein paar Millionen Dollar zu erleichtern. Von da an ist das kriminelle Paar auf der Flucht, immer mit einem Bein im Grab, geht es quer durch das Land bis in die Karibik und zurück, während ihnen die richtig bösen Jungs aif den Fersen sind.

Sehr spannender, rasanter und gleichzeitig skurriler Thriller, den man sich gut von Starregisseur Guy Ritchie verfilmt vorstellen kann.


Verlag: DTV
ISBN: 978-3-423-21841-2
Preis: 10,95 €
bestellen

Lost you

Haylen Beck, Rezension von Julia Jahns

Die alleinerziehende Mutter Libby macht mit ihrem dreijährigen Sohn Ethan Urlaub in einem Luxus-Resort. Sie hat lange dafür gespart und fühlt sich dennoch unwohl zwischen den anderen gut betuchteten Urlaubern. Die Lage entspannt sich etwas, als sie sich mit einem netten Ehepaar anfreundet. Doch dann passiert es, dass Ethan in einem Moment der Unaufmerksamkeit in einen Fahrstuhl einsteigt und spurlos verschwindet. Die Suche bleibt zunächst erfolglos, bis die Spuren zu einer Touristin führen, die ebenfalls in diesem Hotel gewohnt hat und laut Reisepass Libby zum Verwechseln ähnlich sieht. Und Libby, die zuvor nichts unversucht ließ, um ihren Sohn zu finden, hüllt sich plötzlich in Schweigen.

Spannender Psychokrimi, der sich mit den brisanten Themen Kindesentführung und Leihmutterschaft auseinander setzt. Die Handlung mit den aktuellen Geschehnissen wird unterbrochen durch Libbys Erinnerungen an die Hochzeit und Ehe mit ihrem Exmann, zudem wird die Geschichte der verdächtigen Touristin erzählt.


Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-06380-5
Preis: 10,99 €
bestellen

Raum der Angst

Marc Meller, Rezension von Julia Jahns

 

Hannah, Studentin der Psychologie, jobbt nebenbei als Barkeeperin, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Als sie nach ihrer anstrengenden Schicht nachts nach Hause kommt und sich einschließt, stellt sie fest, dass sie nicht allein ist. Bevor sie erkennen kann, um wen es sich handelt, bricht sie zusammen.

Acht unterschiedliche junge Menschen, die sich nie zuvor vorher begegnet sind, wurden für ein Experiment ausgewählt, das von einem Professor für Psychologie entwickelt wurde. Sie sollen sich in einem Escape Room beweisen. Sie werden dafür fürstlich bezahlt, doch jeder hat zusätzlich ganz private Gründe für seine Bewerbung.Die Truppe wird in einem Bus mit verbundenen Augen an einen ihnen unbekannten Ort in der Nähe von Hannover gebracht.

Hauptkommissar Bernd Kappler und seine Kollegin Eva bekommen einen neuen Fall. Eine Leiche wurde in einem verlassenen Bus gefunden, es handelt sich um den Busfahrer, dem die Kehle durchgeschnitten wurde, von den Fahrgästen keine Spur. Der Bus war für ein Escape Room-Experiment des Professors Andreas Zargert gemietet worden, doch die Teilnehmer kamen nie am Zielort an. Zeitgleich meldet der junge Student Anton das Verschwinden seiner Kommilitonin Hannah.

Die Gruppe findet sich in einem Labor aus dem 19. Jahrhundert wieder. Es gibt kein elektrisches Licht, nur Kerzen. Die Teilnehmer müssen zusammen arbeiten und den Ausgang finden, bevor es komplett dunkel wird. Im nächsten Raum finden sie nicht nur die Studentin Hannah vor, die behauptet, entführt worden zu sein und sich an nichts mehr erinnern zu können, sondern auch Terrarien mit giftigen und gefährlichen Tieren. Als die Scheiben zu platzen drohen, wird ihnen klar, dass es sich hierbei nicht um Experiment handelt, sondern dass sie es mit einem Psychopathen zu tun haben, der ein krankes Spiel mit ihnen spielt ...

Marc Meller ist eigentlich Drehbuchautor, was man diesem temporeichen, fesselnden Krimi auch anmerkt. Der Thriller liest sich sehr flott weg und regt zum Mitraten an, ist aber nichts für schwache Nerven.


Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 978-3-426-28231-1
Preis: 14,99 €
bestellen

Die tote Meerjungfrau

Thomas Rydahl, A.J. Kazinski, Rezension von Julia Jahns

Kopenhagen 1834:

Der junge Dichter Hans Christian Andersen stammt aus ärmlichen Verhältnissen und hofft in der Großstadt auf seinen großen Durchbruch. Leider interessiert sich niemand für seine Werke, und nur mithilfe von Gönnern kann er seinen Lebensunterhalt bestreiten. Andersen ist ein verträumter Mensch, der mit Gegenständen spricht und alles Schöne bewundert. So sucht er regelmäßig die Prostituierte Anna auf, um Scherenschnitte von ihr anzufertigen.

Als die Leiche der schönen Anna aus dem Wasser gefischt wird, gerät Andersen unter Mordverdacht, da er diese zuletzt lebend gesehen hat. Seine Beteuerungen, dass er von ihr nur Scherenschnitte angefertigt habe, stoßen auf taube Ohren. Nur mithilfe seines Gönners gelingt es ihm, eine Frist von drei Tagen rauszuschlagen, um seine Unschuld zu beweisen, bevor ihm der Prozess gemacht wird. Er schafft es, ausgerechnet Annas Schwester Molly, die ebenfalls als Prostituierte arbeitet und sich nun um ihre kleine Nichte kümmern muss, zu überzeugen, dass er nicht der Täter und der Mörder noch auf freiem Fuß ist. Gemeinsam begeben sie sich auf die Jagd nach einem erbarmungslosen Killer, der wie Andersen von der Schönheit magisch angezogen wird und kein Erbarmen kennt ...

Opulenter historischer Krimi, die Autoren zeichnen ein sehr genaues Bild der dänischen Stadt des 19. Jahrhunderts und seiner Bewohner, die teilweise in Elend, Dreck und bitterer Armut leben müssen und des Dichters Andersen, der noch weit entfernt von seinem Durchbruch ist.


Verlag: Wunderlich
ISBN: 9783805200028
Preis: 22,00 €
bestellen

Wolfssommer

Hans Rosenfeldt, Rezension von Kathrin Allkemper

Haparanda in Schweden, nahe der finnischen Grenze. Der Fund einer toten Wölfin und ihres Jungen wäre sicher noch kein Fall für die Polizei. Da man aber von aussen nicht sehen kann, woran die Tiere verendet sind, werden sie gründlich untersucht. Dabei finden sich menschliche Überreste in ihren Mägen. Jetzt wird es für Hannah Wester und ihre Kollegen interessant. Die dazugehörige Leiche ist schnell gefunden, sie wurde nur notdürftig versteckt und die Krähen darüber sind Wegweiser genug. Was mit einem toten Tier beginnt, entwickelt sich rasend schnell zu einem der wohl brutalsten Fälle um einen schiefgelaufenen Drogendeal. Die falschen Leute wollten sich alles unter den Nagel reissen, der russische Auftraggeber ist not amused und schickt eine Profikillerin ins Land. Plötzlich wird die beschauliche Stadt Haparanda zum Schauplatz brutaler Morde und die örtlichen Kleinkriminellen lassen sich mit Leuten ein, die einfach eine Nummer zu groß sind. Die Gier nach dem schnellen Geld endet für die meisten von ihnen tödlich..

Der Autor Hans Rosenfeldt, vielen bekannt als eine Hälfte des erfolgreichen Autorenduos Hjorth/Rosenfeldt, Verfasser der "Sebastian Bergmann"-Krimis, startet mit "Wolfssommer" eine neue Krimireihe um Ermittlerin Hannah Wester, die den anderen Krimis in nichts nachsteht. Von der ersten bis zur letzten Seite sehr sehr spannend und für mich die einzig gute Entschuldigung dafür, dass es immer noch keinen neuen "Sebasten Bergmann"- Fall gibt :-) 


Verlag: Pendo
ISBN: 978-3-86612-492-9
Preis: 16,00 €
bestellen

Dunkle Wolken über Alberta

Thomas King, Rezension von Kathrin Allkemper

Nachdem der indigene Polizist DreadfulWater seinen Job in Kalifornien an den Nagel gehängt hat, lebt er in dem kleinen Örtchen Chinook an der kanadischen Grenze. Eigentlich will er nur seine Ruhe und seiner neuen Betätigung als Fotograf nachkommen. Ab und an macht er zwar Tatortfotos, aber mehr möchte er eigentlich mit Kriminalfällen nicht mehr zu tun haben. Den örtlichen Sheriff interessiert das allerdings überhaupt nicht und er ignoriert jede noch so konkrete Ablehnung von DreadfulWater. So auch jetzt, wo man in einem Mietwagen die Leiche eines Geschäftsmannes gefunden hat, der auf einer großen Umweltkonferenz in Chinook der Hauptredner gewesen wäre. Schnell taucht eine weitere Leiche auf, die ebenfalls an der Konferenz hätte teilnehmen sollen. Bei all dem geht es um Wasservorräte, Indianerreservate, Grenzen, Geld und Macht. Mittendrin ein Sheriff, der nicht lockerlässt, ein Hilfssheriff, der keiner sein will, eine Pathologin, die auch gerne mal einen Gesundheitscheck im Leichenkeller durchzieht und ein paar skurrile Dorfbewohner, die am Rande mitermitteln.

Diese Geschichte lebt auf jeden Fall von dem Dauerzwist zwischen dem Sheriff und DreadfulWater und dem Dorftratsch der Bewohner, die die Diagnose deines Arztes schon kennen, bevor du dich in deiner Lieblingskneipe überhaupt hingesetzt hast. Also ein unterhaltsamer Krimi mit einer guten Portion Humor!


Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-06160-5
Preis: 16,99 €
bestellen

In der Hitze eines Sommers

Emma Flint, Rezension von Kathrin Allkemper

New York, 1965. Eines Morgens findet die alleinerziehende Mutter Ruth Malone das Kinderzimmer leer vor. Die 4jährige Tochter und der 5jährige Sohn sind spurlos verschwunden. Die Nachbarn sind zwar geschockt, haben allerdings auch schnell eine Meinung zu diesem Fall. In ihren Augen ist Ruth sowieso keine gute Mutter, treibt sich oft bis spät in die Nacht in Bars rum und wechselt die Männer wie die Kleidung. Da ist es doch kein Wunder, dass die Kinder unbemerkt entführt wurden konnten. Als klar wird, dass ein Kapitalverbrechen vorliegt, ermittelt selbst der Detective nur in eine Richtung. Für ihn steht fest, dass die Mutter hinter allem steckt und er setzt alles daran, sie hinter Gitter zu bringen. Das wäre zudem ein schöner Abschluss für seine Karriere, bevor er in Rente geht.

Einzig der junge Journalist Pete, der zufällig an diese Geschichte gerät, die für ihn die erste große eigene Story wird, hinterfragt diese frauenverachtenden Machenschaften bei der Polizei und die Vorverurteilung durch die Gesellschaft. Nur weil Ruth sich stets perfekt schminkt, insgesamt großen Wert auf ihr Äusseres legt und nicht den ganzen Tag mit Kittelschürze herumläuft, muss sie doch nicht gleich kriminell sein. Sicher ist sie für das Rollenbild einer Frau zu dieser Zeit sehr untypisch, aber ist das ein Grund, sie zu zerstören? Pete lässt nicht locker...

Ein sehr spannender Gesellschafts - bzw.Kriminalroman nach einer wahren Begebenheit.


Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 978-3-453-53488-9
Preis: 16,99 €
bestellen

Das Gottesspiel

Danny Tobey, Rezension von Dagmar Hallay

Wenn du gewinnst, werden all deine Träume wahr. Wenn du verlierst, bist du tot.“

Mit dieser Nachricht wird Charlie im Internet zu einem Virtual-Reality-Game, das sich „Das Gottesspiel“ nennt, aufgefordert. Trotz dieser eher bedrohlich klingenden Einladung, können Charlie und seine Freunde, die sich durch ihre gemeinsame Leidenschaft für Computer zusammen gefunden haben, nicht wirklich widerstehen. Und zu Beginn scheint es sich auch mehr um eine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung zu handeln. Das Spiel stellt Aufgaben, die zu lösen sind und dann belohnt werden. Man sammelt Goldz für gelöste Aufgaben und erhält bei nicht gelösten Blaxx. Es dauert jedoch einige Zeit, bis die Spieler verstehen, was es mit Goldz und Blaxx auf sich hat.
Die Aufgaben gefallen den einzelnen Teilnehmern nicht immer, aber das Spiel scheint keine Gnade zu kennen, es begründet alles, was es verlangt mit Gott und der Bibel!
Gott, so wie sich die Stimme im Spiel nennt, scheint überall zu sein. Egal, ob die Jugendlichen in ihren Computer schauen oder auf ihr Smartphone, die Nachrichten erreichen sie überall.
Dies führt schnell zu einem beklemmenden Gefühl und der Frage, ob man sich da einfach wieder abmelden kann. Sehr wahrscheinlich lautet die Antwort „Nein!!!“.

 

 


Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-23019-3
Preis: 16,90 €
bestellen

Aus schwarzem Wasser

Anne Freytag, Rezension von Kathrin Allkemper

Als Maja eines Abends völlig überraschend und ohne Widerrede von ihrer Mutter, der Innenministerin Dr.Patricia Kohlbeck, abgeholt und in deren Dienstwagen verfrachtet wird, versteht sie nur Bahnhof. Patricia stammelt die ganze Zeit vor sich hin und beschwört Maja: "Du kannst niemandem trauen, sie stecken alle mit drin". Dann lenkt sie den Wagen von der Straße ab, direkt in die Spree. Für die beiden Frauen kommt scheinbar jede Hilfe zu spät...

Stunden später erwacht Maja, um sie herum völlige Dunkelheit. Voller Panik wird ihr klar, dass sie in einem Leichensack liegt. Wie ist das möglich? Sie war viel zu lange unter Wasser und ohne Sauerstoff. Mit der Warnung ihrer Mutter im Hinterkopf flieht sie aus dem Keller des Krankenhauses zu dem einzigen Menschen, dem sie noch trauen kann und will. Er soll ihr helfen, Antworten zu finden..

Parallel dazu ereignen sich mysteriöse und äusserst schreckliche Umweltkatastrophen, wie man sie noch nie vorher gesehen hat. Die Wissenschaftler sind schnell mit Erklärungen dabei, aber es scheint mehr dahinter zu stecken. Einige Forscher haben Grenzen überschritten und waren bereit, über Leichen zu gehen. Und Majas Mutter hat in diesem perfiden Spiel um Macht und Lügen eine entscheidene Rolle gespielt.

Wer von Frank Schätzing den Roman "Der Schwarm" gerne gelesen hat, ist hier genau richtig. Die Autorin, die auch schon einige Jugendbücher geschrieben hat, legt hier ihr Thrillerdebüt vor und ich finde es wirklich gelungen und von der ersten Seite an fesselnd.

 


Verlag: BTB
ISBN: 978-3-442-75860-9
Preis: 15,00 €
bestellen

Dunkel

Ragnar Jonasson, Rezension von Bernhard Söthe

Hulda Hermannsdottir ist die dienstälteste Kriminalkommissarin bei der Polizei in Reykjavik. Sie hat keine Familie, keine Freunde, weder Hund noch Katze warten, wenn sie in ihre freudlose Etagenwohnung kommt. Auch zu ihren Arbeitskollegen, die immer jünger werden, hat sie nur beruflich Kontakt. Seit geraumer Zeit hat Hulda das Gefühl, dass sie aufs Altenteil abgeschoben werden soll. Ein Gedanke, der ihr nicht gefällt -   auf was soll sie sich im Ruhestand freuen? Huldas Befürchtungen werden konkret, als ihr Chef, natürlich jünger und vermutlich auch dynamischer, ihr eröffnet, sie müsse in zwei Wochen gehen, ihren Schreibtisch solle sie aber schon sofort räumen, ihr Nachfolger stehe schon bereit. Hulda ist zutiefst gekränkt. Dass ihre Kollegen und ihr Chef sie nicht mögen und hinter ihrem Rücken schlecht über sie reden, weiß sie, aber mit so einer unfreundlichen Verabschiedung, die fast schon einem Rausschmiss gleicht, hat sie nicht gerechnet. Sie hat immer solide gearbeitet, achtbare Ergebnisse erzählt, und ihr Verhalten den Kollegen gegenüber war immer korrekt. Auf Huldas Frage an ihren Chef, womit sie sich in ihren letzten beiden Arbeitswochen beschäftigen soll, antwortet er genervt, sie solle sich irgendeinen ungelösten Fall, einen cold case, vornehmen. Beide wissen, dass in zwei Wochen sinnvolle Ermittlungsarbeit kaum möglich ist. Aber Hulda will es ihm und den Kollegen noch einmal zeigen, und sie weiß schon, welchen Fall sie sich vornehmen wird. Vor einiger Zeit ist eine junge Asylantin, die mit vermutlich gefälschten Papieren eingereist ist, tot an einem Strand unweit von Reykjavik gefunden worden. Die Todesumstände sind dubios, aber der damals ermittelnde Kriminalbeamte schließt auf Selbstmord, um den lästigen Fall möglichst energiesparend abschließen zu können. Wen interessiert schon der Tod einer Ausländerin, die möglicherweise als Prostituierte gearbeitet hat? Hulda versucht, die schlampige Arbeit ihres Kollegen zu korrigieren. Ungewollt stört sie dabei die Kreise einer geheimen Polizeiaktion, mit der ein großer Fisch gefangen werden soll. Huldas Chef explodiert und gibt ihr nur noch einen Tag Zeit, ihren cold case abzuschließen und dann endlich das Feld zu räumen ...

Ein typisch düsterer Krimi im beliebten skandinavischen Stil (der Titel stimmt wirklich) mit überraschendem Ende. "Dunkel" ist der Beginn einer Trilogie mit Hulda Hermannsdottir als Protagonistin. Der Titel ist sofort nach Erscheinen in die Bestsellerliste gesprungen, ebenso wie der zweite Band der Hulda-Trilogie "Insel". Der dritte Band "Nebel" erscheint Ende September. 


Verlag: Beck
ISBN: 978-3-406-75658-0
Preis: 19,95 €
bestellen

Das Grab der Jungfrau

Stefan von der Lahr, Rezension von Bernhard Söthe

Dieser Vatikan-Roman beginnt in San Francisco an der renommierten Berkley Universität. Dort gibt es ein Forschungsinstitut, dessen wissenschaftliche Mitarbeiter sich mit dem Sammeln, Restaurieren und Entziffern von Texten auf Papyrus aus frühchristlicher Zeit beschäftigen. Mit der Entzifferung eines unscheinbaren Papyrusfetzens, das die Zeit nur überdauert hat, weil es in staubtrockenem Wüstensand begraben war, bahnt sich eine Sensation an. Es scheint ein Brief aus dem Umfeld des Apostels Johannes an die frühchristliche Gemeinde in Ägypten zu sein. Der Brief berichtet vom Tod der Gottesmutter Maria und ihrer Beisetzung in Ephesos, ihrem letzten Wohnort. Sollte sich dieses Schreiben als echt erweisen, hätte die katholische Kirche ein Problem. Einer der Glaubenssätze der katholischen Kirche besagt, dass Maria unmittelbar nach ihrem Tod von ihrem Sohn Jesus in den Himmel aufgenommen wurde. Gläubige Katholiken feiern im August das Fest "Maria Himmelfahrt". Entweder ist diese Aufnahme in den Himmel eine Tatsache - dann kann es auf Erden kein Mariengrab geben - oder es gibt ein Grab der Gottesmutter, dann ist das Dogma ihrer Himmelfahrt hinfällig mit unabsehbaren Folgen für die katholische Kirche. Der Institutsleiter weiß um die Brisanz dieses Papyrus und will seine Existenz unter allen Umständen geheim halten, zumal der Text nicht vollständig ist. Er weiß, dass der fehlende Teil des Papyrus in der Bibliothek des Vatikans aufbewahrt wird, wo niemand die Bedeutung des lückenhaften Textes erkennen konnte. Bevor sich der alte Professor über die weitere Vorgehensweise im Klaren ist, stirbt er. Dass der Tod der schwerkranken Professors nicht so natürlich war, wie es den Anschein hatte, bleibt unentdeckt. Der Stellvertreter des toten Professors, ein überaus ehrgeiziger junger Wissenschaftler, der als Einziger von ihm über den gefährlichen Inhalt des Papyrus informiert wurde, nimmt das Blatt an sich und fliegt nach Rom. Ein Freund von ihm, ein katholischer Priester, der als Archivar in der Bibliothek des Vatikan arbeitet, soll ihm dabei helfen, die beiden Bruchstücke des Papyrus zusammen zu bringen, um das Geheimnis des Briefes zu lüften. Dadurch setzt er eine Lawine von ungewollten Ereignissen in Gang ...

Dass im Vatikan nicht nur der Heilige Geist waltet, dürfte inzwischen auch dem naivsten Zeitgenossen hinlänglich bekannt sein. Manchmal hat man sogar den Eindruck, dass der Heilige Geist den Vatikan und seine Bewohner auffallend meidet. Aber es heißt ja auch: "Der Geist weht, wo er will".

Ein unterhaltsamer Schmöker, nicht nur für Dan Brown - Fans. 


Verlag: Penguin
ISBN: 9783328105572
Preis: 15,00 €
bestellen

Das Spiel

Jan Beck, Rezension von Kathrin Allkemper

Ein Joggerin dreht eine nächtlichen Runde durch den Wald, erleichtert, weil sie einen Prozess gewonnen hat und voller Hoffnung auf die Zukunft. Ihr Glück währt nur kurz. Wenige Minuten später wird sie brutal ermordet..

Inga Björk und Christian Brand ermitteln in dieser äußerst perfiden Mordserie. Es scheint eine Art Spiel zu geben, bei dem sich eine Gruppe besonders kranker Menschen im Darknet einkauft, anmeldet und dann auf die Jagd geht. Für jedes Opfer erhält man genaue Anweisungen, wie dieses zu erledigen ist. Allen Opfern gemeinsam ist ein Skorpion-Tattoo, mit dem sie unwissentlich irgendwann in ihrem Leben gekennzeichnet wurden und welches nur bei UV-Licht zu sehen ist. Es ist die Markierung für die Jäger..

Mavie ist 17 und schwer verliebt. Eines Abends schleicht sie sich von zuhause weg, um auf die Party ihres Schwarms zu gehen. Sie hat sich extra sexy angezogen und zeigt reichlich Haut. Und tatsächlich tanzt Silas gleich mit ihr und auch alle anderen scheinen sie plötzlich cool zu finden. Was Mavie nicht gleich bemerkt, im Schein der UV-Partylampe leuchtet ein riesiger Skorpion auf ihrem Rücken...

Sehr spannend und wahrlich nichts für zarte Mägen:-)